Obwohl es insgesamt immer mehr Studierende gibt, entscheidet sich immer noch ein Großteil von Abiturienten und Schülern mit Fachhochschulreife gegen das Studieren. In Deutschland fehlen immer noch Fachkräfte. Immer noch werden diese aus dem Ausland geholt um die Lücken zu füllen.
In Nordrhein-Westfalen werden zum Wintersemester 2010/2011 fast 85000 Studenten ihr Studium beginnen, immerhin neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Aber nur 30 Prozent der Abiturienten und 15 Prozent der Schüler mit Fachhochschulreife beginnen dort ein Studium.
Die Quote bei den Frauen mit Studienberechtigung ist sogar noch geringer. Deshalb sollen laut der rot-grünen Landesregierung die Studiengebühren zum Wintersemester 2011/2012 abgeschafft werden. Diese Maßnahme soll dazu führen, dass den Studienberechtigten die Angst vor Schulden genommen wird und wieder ein größerer Anteil an Abiturienten an die Unis geht. Vor allem der Anteil an Frauen und Migranten an deutschen Unis soll damit erhöht werden.
Die Fernuniversität in Hagen hat dabei eine besondere Stellung. Sie ist die bundesweit einzige Universität ihrer Art und erwartet 75 Prozent mehr Studienanfänger als noch im letzten Jahr. Vor allem das Teilzeitstudium wird immer öfter nachgefragt und gehört zu ihren beliebtesten Angeboten.
Seit einiger Zeit gibt es Streit um das BAföG, denn eine Einigung zwischen Bund und Ländern fällt schwer. Nun hat der Vermittlungsausschuss einen Kompromiss erreicht, der eine Erhöhung des BAföGs um zwei Prozent vorsieht.
Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan (CDU) habe den Kompromissvorschlag zur Kostenverteilung auf Bund und Länder vorgelegt, der weitgehend angenommen wurde. Die Länder sollen nun mehr Geld vom Bund für ihre Hochschulen bekommen. Dafür werden die Länder einen Teil der BAföG-Erhöhung selbst tragen müssen. Durch diesen Kompromiss würde sich der BAföG-Höchstsatz um durchschnittlich 13 Euro im Monat erhöhen, von 648 auf 670 Euro.
In der kommenden Woche wird im Vermittlungsausschuss die endgültige Entscheidung fallen, nachdem einige Länder den Vorschlag noch prüfen wollten. Mit der Einigung auf einen Gesetzentwurf könnte die BAföG-Erhöhung rückwirkend zum 1. Oktober in Kraft treten.
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) reagierte zurückhaltend auf die Einigung. Das Zeitfenster für eine rückwirkende BAföG-Erhöhung werde immer kleiner. Am 15. Oktober müsse endlich die Erhöhung kommen. Dies sei die letzte Chance für Bund und Länder, ihr Gesicht nicht zu verlieren.
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