Trotz großer Geldnot bewerben sich Studenten nicht um Stipendien. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach im Auftrag des Reemtsma-Begabtenförderungswerks. Nach dieser Studie werden 2/3 der Studenten von ihren Eltern finanziell unterstützt, 60 % gehen nebenher jobben, 32 % erhalten Bafög und 10 % haben ein Darlehen aufgenommen. Lediglich 4 % sind Stipendiaten. “Die Studie offenbart, dass Finanzierungsprobleme sehr häufig zur Erwägung eines Studienverzichts beziehungsweise eines Studienabbruchs führen”, resümiert Michael Wenzel, der Vorsitzende des Reemtsma-Begabtenförderungswerks.
Außerdem wurde erfragt, wie viele der Studenten sich während der ersten vier Semester um ein Stipendium bemühten: 82% der Befragten hatten sich trotz permanenter Klagen noch nie um eine Förderung beworben. “Offenbar sind die Stipendienangebote noch immer zu wenig bekannt, die Botschaft dringt nicht zur Zielgruppe durch”, meint der Präsident des Deutschen Studentenwerks, Rolf Dobischat.
So soll das Stipendienwesen in Zukunft weiter ausgebaut werden und auf einen besseren Kommunikationsweg geachtet werden. Die Studenten sollten ihre Fähigkeiten nicht unterschätzen und das Angebot des Stipendiums nutzen.
Quelle: www.welt.de
Bildung kostet – das weiß inzwischen wohl jeder. Trotzdem legen viele Arbeitgeber hohen Wert auf eine gute Ausbildung und um dies zu ermöglichen, gelten ab dem 1. Juli 2009 neue Regelungen.
Fort- und Weiterbildungen können durch das Meister-Bafög finanziert werden. Es trägt den größten Teil der Kosten für die Weiterbildungsmaßnahmen und einen Teil des Lebensunterhaltes. Außerdem kann es in Zukunft auch von Berufsgruppen bezogen werden, welchen es bisher nicht möglich war, wie beispielsweise Altenpfleger und bei der Aufstiegsfortbildung zum Erzieher.
Bezüglich des Alters ist das Meister-Bafög nicht begrenzt. Man hat außerdem als Geförderter Anspruch auf ein Darlehen der KfW-Bankgruppe zu günstigen Konditionen.
Die Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden beinhalten und wird nicht länger als vier Jahre unterstützt. Wer ein Darlehen aufnimmt, muss dieses spätestens nach 10 Jahren zurückzahlen. Geregelt wird diese Unterstützungsmaßnahme im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Mehr Infos unter www.meister-bafoeg.info
Am 17. Juni 2009 gingen in Deutschland in 70 Städten insgesamt 240.000 Schüler und Studenten auf die Straße um ihre Ansichten und Meinungen kundzutun. Sie wollen, dass man sich Bildung nicht teuer erkaufen muss, dass jeder eine gleichberechtigte Chance auf eine gute Ausbildung erhält.
Im Allgemeinen verliefen die Demonstrationen sehr friedlich, bis auf einige Aussetzer, beispielsweise die Stürmung des Landtags in Mainz. Die Wände wurden mit Parolen beschmiert und Klorollen flogen durch die Hallen. Es sähe aus wie nach einer Schlacht, meint der Sprecher des Landtags in Mainz, Herr Dieter Lang. Außerdem wurden Teile der Ausstellung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls gestohlen. Seiner Meinung nach wird dies eine Strafanzeige durch den Landtagspräsidenten Joachim Mertes nach sich ziehen.
In ganz Deutschland waren die Jugendlichen auf der Straße. So hatten sie in Potsdam etliche Transparente mit den Aufschriften „Zeit sich zu wehren“ und „Milliarden für Banken, Millionen für Schlösser, aber kein Geld für Bildung.“ mit sich.
Die Wut der Studenten und Schüler ist zu verstehen, doch solle man auch alle bildungspolitischen Forderungen, welche schon erfüllt worden seien, beachten – so die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin und Brandenburg, Frau Doro Zinke.
Quelle: www.Spiegel-online.de
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind Studenten, die den Höchst-Bafög-Satz von 643 Euro erhalten schneller mit ihrem Studium fertig als Kommilitonen, die das Geld von ihren Eltern bekommen. Die DIW-Mitarbeiterin Daniela Glocker meint, dies sei auf die Regelungen zurückzuführen: Bafög erhält man nur während der Regelstudienzeit, also längstens für zehn Semester. Außerdem muss ein Teil des Geldes zurückgezahlt werden, was bei Unterstützung durch das eigene Elternhaus meistens nicht der Fall ist. 86% der Höchstsatz-Empfänger beenden ihr Studium bis spätestens zum 16. Semester. Im Vergleich dazu sind es bei den von den Eltern finanzierten nur 45%.
Wer einen durchschnittlichen Bafög-Satz von 375 Euro monatlich erhält, läuft eher Gefahr, das Studium nicht abzuschließen, als jemand ohne ein staatliches Zubrot.
Quelle: www.tagesspiegel.de
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